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Stundensatz berechnen für Freiberufler – Selbstständige – Existenzgründer

Stundensatz berechnen für Freiberufler und Selbstständige

Die Berechnung eines Stundensatzes für Selbständige und Freiberufler ist nicht nur eine der Wichtigsten, sondern wahrscheinlich auch eine der schwersten Entscheidungen, die man als Freiberufler oder Selbstständiger zu treffen hat. Damit es noch komplizierter wird, denken viele auch darüber nach, gleich mehrere Stundensätze für die verschiedenen Tätigkeiten zu berechnen – je nach Komplexität und Schwierigkeitsgrad der Aufgabe. So sieht man zum Beispiel sehr häufig, dass wissensintensivere und aufwändigere Tätigkeiten zu einem höheren Stundensatz angeboten werden, als die vermeintlich „einfachen“ Tätigkeiten. Mehrere Stundensätze findet man aber vor allem bei größeren Firmen. Als Selbständiger sollte man sich bewusst sein, dass einem jede Arbeitsstunde nur einmal zur Verfügung steht und dass man auch schließlich alles „selbst“ machen muss. Vor allem wenn der Kundennutzen im Vordergrund steht ist es nicht immer möglich, eine bestimmte Tätigkeit an einen anderen Dienstleister abzugeben.

Viele stellen sich dann zusätzlich noch die Frage, ob sie ihren Kunden auch kostenfreie Stunden bzw. Naturalrabatte anbieten sollten und keinen Stundesatz berechnen. Mit ganz wenigen Ausnahmen sind Rabatte aber absolut unnötig und in vielen Fällen auch kontraproduktiv. Dafür sollten auch diejenigen Stunden angerechnet werden, die im Hintergrund stattfinden, die aber auf das jeweilige Kundenprojekt bezogen sind. Daher sind Naturalrabatte vollkommen sinnlos, weil man es „dem Kunden nicht sagen kann“ und weil der Kunde diese dann auch nicht bemerken kann. Andererseits gibt es bei der stundenbasierten Abrechnung auch eine Zeit, die keinesfalls angerechnet werden darf – und das ist die so genannte Lernkurve. Darunter versteht man die Zeit, die ein Betriebswirt benötigt, um die notwendige Tätigkeit zu (er)lernen. Dazu zählen Tätigkeiten, die man früher nicht gemacht hat. Trotzdem kann man diese Ausnahme auch mit dem Kunden besprechen.

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Welche Faktoren und Kosten beeinflussen den Stundensatz eines Selbständigen?

Die Gefahr dass man „sich selbst belügt“ ist die größte Gefahr, die bei der Berechnung eines Stundensatzes besteht. Vor allem diejenigen, die ihre erste Schritte in die Selbstständigkeit wagen, nehmen aus ökonomischen Zwängen oder finanzieller Sicherheit zuerst jeden Kunden an, und berechnen dabei wahrscheinlich einen zu niedrigen Preis pro Stunde. Häufig liegt der niedrige Stundensatz auch daran, dass man sich sein herkömmliches Angestelltengehalt durch die Anzahl der Wochenstunden teilt und 30 % aufschlägt. Diese Berechnung des Stundensatzes für Selbständige oder Freiberufler ist aber mehr als nur fraglich. Der Stundensatz, der daraus resultiert ist in der Regel zu niedrig, dann ein selbstständiger muss auch andere finanzielle unvorhersehbare Ausgaben entrichten, als ein Angestellter. Des Weiteren kann der Selbstständige auch nicht jede Stunde am Tag für den Kunden arbeiten, sondern muss vielmehr Tätigkeiten wie Rechnungsstellung, Buchhaltung, Akquise neuer Kunden etc. vielfach selbst erledigen. Auch dies muss in die Berechnung des Stundensatzes für Selbständige mit einfließen.

Um an eine individuelle Formel für die Berechnung des eigenen Stundensatzes als Selbständiger zu kommen, muss man sich zuerst einige Fragen stellen. Es muss deutlich geklärt werden, wie viel man überhaupt realistisch verdienen möchte und wie viele Stunden einem tatsächlich wöchentlich zur Verfügung stehen. Des Weiteren sollte man auch alle seine monatlichen Kosten berechnen und feststellen, wie oft man im Jahr durchschnittlich krank ist und wie viel Urlaub man haben möchte. Diese Überlegungen sind jedoch zu abstrakt, weshalb in diesem einfachen Beispiel versucht wird, den Vorgang einer soliden Stundensatzkalkulation deutlicher zu machen. Angenommen, der Selbstständige möchte jährlich 40.000 € verdienen bzw. 3333 € monatlich brutto. Es ist wichtig zu verstehen, dass aus diesem Betrag ein paar Abgaben resultieren, neben Essen und Miete auch die notwendigen Versicherungen wie Haftpflicht-, Pflege- und Krankenversicherung, sowie Altersvorsorge. Diese müssen zur Berechnung des Stundensatzes für Selbständige mit einbezogen werden und vor allem auch ein Risikozuschlag der durch unvorhersehbare Kosten entstehen könnte wie eine Steuerprüfung.

Gehalt als Existenzgründer berechnen

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Wie könnte eine Berechnung des Stundensatzes für Selbständige aussehen?

Als Berechnungsgrundlage für den Stundensatz kann nun die “klassische” 40-Stunden-Woche genommen werden, denn schließlich möchte man ja auch noch Freizeit haben. Ohne Krankheit, Urlaub und andere „Ausfälle“ können wir jährlich maximal 1.920 Stunden verplanen. Dieser Stundensatz ist jetzt mit dem eines Angestellten vergleichbar, doch ein Selbstständiger muss weit mehr zahlen. Zu den notwendigen Ausgaben gehört die Büromiete, Computer und Software, sonstige Technik wie Telefonanlage und Drucker, Inventar wie Schreibtisch und Büromaterial, Werbekosten, Heizungs- und Stromkosten, Beratung, Versicherungen und Beiträge, Reisekosten, Weiterbildungskosten…die Liste geht selbstverständlich noch weiter. Deshalb gilt es, für sich selbst sehr genau und ehrlich abzuschätzen, wie viel Gehalt man als Selbständiger pro Monat bzw. pro Jahr benötigt wird. Selbstverständlich kann man an einem oder anderem Ende sparen, wenn man zum Beispiel von zuhause aus arbeitet und keine Miete zahlen muss.

Es ist aber gewiss nicht übertrieben wenn man sagt, dass der Selbstständige alleine im ersten Jahr zusätzliche 30.000 € benötigt, um sämtliche Kosten zu decken, die zusätzlich entstehen. Zum Wunschgehalt als Selbständiger von 40.000 € jährlich kann man demnach noch weitere 30.000 € dazu rechnen, und die ganze Summe durch die verfügbaren 1.920 Stunden teilen. Der Stundensatz liege in diesen Fall bei 37 €, vorausgesetzt dass man im Jahr tatsächlich alle 1.920 Stunden arbeiten kann. Es ist aber vollkommen sinnlos überhaupt anzunehmen, dass man im Jahr tatsächlich alle verfügbaren Jahresstunden auch abrechnen wird. Der Faktor Zeit muss dafür in unserer Betrachtung nun sehr realistisch und vorsichtig berücksichtigt werden. Wir müssen also davon ausgehen, dass wir uns neben Urlaub (15-25 Tage) um weitere Tätigkeiten zum Beispiel Werbung, Buchhaltung und Akquise von Neukunden kümmern müssen, die für die Selbstständigkeit notwendig und sehr wichtig sind.

Darüber hinaus möchten wir uns persönlich weiterentwickeln und fortbilden, damit wir auch den Entwicklungen in unserer Branche standhalten können. Schlussendlich kann es immer dazu kommen, dass ein Projekt einfach länger andauert als geplant und dass man sich verkalkuliert hat. Zieht man also von den verfügbaren Jahresstunden einmal brutale 30 Tage Urlaub ab (sprich 240 Stunden) hat man dann nur noch 1.680 Stunden zur Verfügung. Jetzt möchte man davon ausgehen, dass nur etwa 70 % von diesen Stunden auch abgerechnet werden können, da man sich in der restlichen Zeit um die oben genannten andere Dinge kümmern muss. Am Schluss sind es dann nur noch 1.176 Stunden, die als Selbständiger abgerechnet werden. Der Stundensatz sollte unter diesen Voraussetzungen 60 € betragen. Noch besser ist es aber, von 50 % berechneter Zeit auszugehen, da in den meisten Fällen nur die Hälfte der überhaupt verfügbaren Zeit als Selbständiger berechnet werden kann. Das bedeutet, dass in unserem Beispiel der Stundensatz bei rund 80 € liegen sollte bzw. müsste. Zwar kann man sich abschließend auch auf die Stundensätze möglicher Wettbewerber anschauen, doch wegen der so exorbitanten Unterschieden ist dieser Vergleich kaum zielführend. Da hilft es auch nicht einen einfachen Mittelwert der Mitbewerberpreise zu nehmen, denn viel besser ist es den Stundensatz am Markt zu testen und erst daraus einen Schluss zu ziehen. Und Sie wissen auch nicht, ob der Konkurrent gerade mit seinem Stundensatz von 50 Euro am Hungertuch nagt.

Dies und das

Wie kann man den Stundensatz als Selbständiger reduzieren?

Es besteht die Möglichkeit, bei der Berechnung des Stundensatzes als Selbständiger oder Freiberufler den Verkauf von Produkten mit einzuberechnen. Wenn Sie Handwerker sind und sowieso immer ein Reinigungsprodukt zu ihrer Dienstleistung verkaufen oder davon ausgehen können, dass in 50 % der Fällen immer ein Produkt mitverkauft wird, können Sie aus ihrem Stundensatz eine Mischkalkulation machen und den Gewinn des verkauften Produkts mit einberechnen.

Dies und das

Wie kann man den Stundensatz als Selbständiger erhöhen?

Maßgeblich für die Erhöhung des Stundensatzes als Selbständiger ist die Wahrnehmung des Kunden. Wenn Sie auf ein Gebiet spezialisiert sind, über eine hohe Reputation am Markt verfügen, einen ausgezeichneten Namen haben und vielleicht mit einer guten Technologie aufwarten, können Sie ihre Stundensatz als Selbständiger, Freelancer oder Existenzgründer anheben. Natürlich können Sie mit einem Putzservice der einfach vergleichbar ist keine großen Sprünge im Stundensatz erwarten. Sie sollten sich mit ihrem Wissen als Spezialist von anderen Mitbewerbern deutlich absetzen. Ihre Arbeit muss einen Wert für den Kunden darstellen, für den er gerne bereit ist, auch etwas mehr zu bezahlen. Individuell können Sie den Stundensatz hier berechnen lassen.

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Netto pro MonatStd pro WocheAuslastungUrlaub im JahrStundensatz
2000 Euro3075 %20 Tage39,50 Euro
2000 Euro3575 %25 Tage34,50 Euro
2000 Euro4075 %30 Tage31,00 Euro
4000 Euro3075 %25 Tage75,00 Euro
4000 Euro3575 %25 Tage64,50 Euro
4000 Euro4075 %25 Tage56,50 Euro
5000 Euro4075 %25 Tage71,00 Euro
6000 Euro4075 %25 Tage87,00 Euro
7000 Euro4075 %25 Tage104,00 Euro
7000 Euro4575 %20 Tage90,50 Euro

 

Welche Fehler sind bei der Stundensatz Berechnung Selbständiger häufig?

Für viele Freiberufler und Selbstständige ist die Kalkulation / Berechnung eines Stundensatzes kein leichtes Thema. Das Problem in der Kalkulation des Stundensatzes für Selbständige und Freiberufler besteht eigentlich darin, dass sich nur die wenigsten ausführlich damit befassen und setzen für eine Arbeitsstunde ohne großes Nachdenken und Recherche einfach einen fiktiven Stundensatz fest. Dabei werden immer zwei gleiche Fehler gemacht:

a; Wenn man den Stundensatz zu hoch ansetzt, reibt man sich später verwundert die Augen, dass auf die Angebote kein Kunde eingeht.

b; Andere dagegen berechnen einen zu kleinen Stundensatz und müssen später nach Abzug der Kosten erkennen, dass sie trotz guter Auftragslage kaum Geld verdient haben. Diese Selbständigen können dann nur schlecht die Stundensätze stark anheben und arbeiten lange Zeit für wenig Geld. Das sind dann die Selbständigen, die immer arbeiten und nie wirklich etwas verdienen.

Der optimale Stundensatz für Selbständige muss also für die beiden Seiten (Kunde und Selbstständiger) akzeptabel sein. Bei der Berechnung – Kalkulation des Stundensatzes für Selbständige und Freiberufler sind jedoch einige grundlegende Faktoren zu berücksichtigen, die von entscheidender Bedeutung, sowohl für das Privat- als auch für das Arbeitsleben des Freiberuflers sind. Neben den grundsätzlichen Kosten wie Miete, Mobilität und Lebensmittel, muss ein Selbstständiger auch andere Ausgaben berücksichtigen, wie zum Beispiel die private Krankenversicherung, etwaige Extrawünsche von Frau und Kindern, Schutzmaßnahmen wie eine Berufsunfähigkeitsversicherung, Gewerbeversicherung, KFZ-Versicherung etc. Die Kalkulation einer Arbeitsstunde bestimmen also viele Faktoren. So sollte auch die Umsatzsteuer für das Finanzamt nicht vergessen werden. Solange der Unternehmer steuerpflichtig ist, muss die Umsatzsteuer von den Einnahmen bezahlt werden. Hinzu kommen auch Investitionen in das eigene Unternehmen, denn wer in seiner Branche konkurrenzfähig bleiben möchte, darf eine Investition keinesfalls vernachlässigen. Auch dafür sollte schließlich Geld zurückgelegt – aber zuerst einkalkuliert werden.

Deshalb ist bei der Berechnung eines Stundensatzes für Selbständige und Freiberufler vor allem Recherche gefragt. Um von der Höhe des eigenen Stundensatzes zumindest eine Ahnung zu erhalten, können einem die Konkurrenz, Suchmaschinen, Geschäftskontakte und Bekannte wichtige Hinweise liefern. Dabei sollten diese Stundensätze nur als ein Anhaltspunkt betrachtet werden, denn schließlich können sich Ihre Bedürfnisse stark von denen Ihrer Konkurrenz unterscheiden. Mit der Berechnung Ihres eigenen Stundensatzes als Selbständiger oder Existenzgründer sollten sich vor allem diejenigen befassen, die mitten in der Vorbereitung einer Existenzgründung stecken. Sie können sich dabei viel Stress ersparen und einen riesigen Vorteil dadurch gewinnen, wenn Sie die Berechnung des Stundensatzes als Existenzgründer schon von Anfang an richtig angehen.

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Die Karriereleiter eines Selbstständigen im Stundensatz

Eine Karriereleiter sollte es aber auch bei Selbstständigen geben, denn sowie ein Eingestellter seine Laufbahn zunächst mit einem gering bezahlten Praktikum beginnt, sollte auch ein Freiberufler nicht sofort mit einem 60 € Stundensatz seine erste kleine Projektanfrage veranschlagen. Nach einer Sammlung an qualitativen Referenzprojekten und nach einiger Erfahrung kann der Stundensatz gerne auf das Niveau eines üblichen Einstiegsgehalts angehoben werden. Das Wichtigste dabei ist immer die Rentabilität der eigenen Unternehmung im Auge zu behalten. Vor allem im Hinblick auf die Versorgung einer Familie und nach ein paar erfolgreichen Jahren als Selbständiger gilt es, den errechneten Stundensatz entsprechend wieder anzupassen und die Vergütung zu erhöhen. Schließlich bringt auch eine Beförderung im Unternehmen alle paar Jahre eine Gehaltserhöhung mit sich. In beiden Situationen gilt aber, dass einem durch konsequente Arbeit und Leistung ein der Lebenssituation und dem Lebensalter angepasstes Gehalt zusteht. Dieses Gehalt müssen Sie selbst berechnen als Selbständiger. Dabei ist es auch nicht richtig, einen zu geringen Stundensatz anzusetzen, da Anfänger dadurch oft ihren Kollegen, aber auch dem gesamten Markt schaden. Zwar sind die Motive dazu vielseitig – zum Beispiel das Sammeln von Erfahrungen und Referenzprojekten, die finanzielle Sicherheit, die Angst vor dem Verlust von Kunden oder der Konkurrenzdruck.

Was man bei der Berechnung des Stundensatzes für Selbständige oder Existenzgründer aber immer im Auge behalten muss, ist eine realistische Kalkulation und die Wirtschaftlichkeit der eigenen Unternehmung. Ob Fotograf, Texter, PR-Berater, SEO Berater, Unternehmensberater oder Grafiker – oft verkaufen sich Selbstständige und Freiberufler weit unter Wert. Viel schlimmer wird es, wenn Ihr Stundensatz so niedrig liegt, so dass Sie damit nicht mal Ihre laufenden Kosten decken können, geschweige denn Rücklagen für die Altersvorsorge, Urlaub, Krankheit oder auftragsarme Zeiten bilden können. Um ein angemessenes Gehalt zu erzielen, muss der Freiberufler auch einen vernünftigen Stundensatz verrechnen. Vernünftig heißt, dass dieser dem Unternehmer einerseits ein befriedigendes Einkommen ermöglicht und andererseits trotzdem konkurrenzfähig macht. Wenn die Aufträge dann für eine Weile ausbleiben, oder wenn Sie krank werden, kann das Einkommen dann immer noch Ihren Lebensunterhalt sichern. Zwar klingt es nach einer Selbstverständlichkeit, doch viele Freelancer und Existenzgründer erzielen ein negatives Ergebnis, indem ihre Einnahmen unter ihren Ausgaben liegen. Nicht immer fällt das auch sofort auf, denn es werden viele Kosten nicht betrachtet, die für den Stundensatz eigentlich berücksichtigt werden müssten. Eine so niedrige Kalkulation des Stundensatzes als Selbständiger oder Existenzgründer sorgt zwar für Aufträge, wird sich aber langfristig noch rächen.

Gehalt als Selbständiger berechnen

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Ohne Gewinn kein Geschäft!

Jeder Unternehmer, auch der Freiberufler und der Selbstständige benötigen einen Gewinn. Der Sinn des Gewinns liegt darin, diesen später bei so genannten Rücklagen einzusetzen. Das können zum Beispiel Investitionen sein, aber auch Phasen mit einem Auftragsloch. Eine Rücklage hilft dabei, bis zum nächsten Auftrag die Durststrecke der Neukundengewinnung zu überwinden. Damit Sie für Ihre Dienstleistungen den kalkulieren Stundensatz berechnen können, müssen Sie Ihren Kunden im Bedarfsfall klarmachen, warum dieser Stundensatz gerechtfertigt ist. Sehr wichtig dabei ist die Nutzenargumentation statt Kostenrechtfertigung. Indem Sie versuchen Ihre Kosten zu rechtfertigen, begehen Sie einen großen Fehler. Dagegen sollten Sie lieber den Kundennutzen und Ihre Vorteile darstellen. Alles andere ist Selbstausbeutung, denn einen konkurrenzlosen Stundensatz kann keiner zu lang durchhalten. Deshalb macht es Sinn, schon am Anfang der Selbständigkeit einige Fragen zu klären – zum Beispiel, wie man für den Krankheitsfall sorgt, ob man es tatsächlich aushält 250 Stunden pro Monat zu arbeiten, wer beschäftigt sich mit Vertrieb und Marketing und wer erbringt die administrativen Büroarbeiten?

Ampel

Fazit der Stundensatzkalkulation für Selbständige und Existenzgründer

Stundensätze der Kreativbranche stoßen bei Kunden immer wieder auf Verwunderung. Im ersten Moment hören sich 70 Euro oder 90 Euro pro Stunde wohl etwas wahnwitzig an. Das ist teilweise der Unwissenheit geschuldet, denn wie obige Kalkulationen zeigen, sind Stundensätze von 50 bis 60 € normal. Diese befinden sich gerade einmal auf dem Niveau eines Einstiegsgehalts. Was aber für einen Selbstständigen wichtig ist, ist sich ständig an seine Bedürfnisse und die Bedürfnisse seiner Unternehmung zu orientieren. Nur auf diese Weise kann eine solide und betriebswirtschaftliche Berechnung entstehen. Für den dauerhaften Erfolg ist nämlich ein kostendeckender Stundensatz ausschlaggebend. Nicht ohne Grund sind Defizite in der kaufmännischen Kalkulation des Stundensatzes für Selbständige die größte Schwachstelle bei Neugründungen.

Die richtige Kalkulierung der Kosten, der eigenen Unternehmung ist oft der entscheidende Erfolgsfaktor bei Selbständigen. Viele Kreative sehen das Hauptproblem darin, dass die Kunden solche hohe Stundensätze nicht bezahlen. Sollte auch Ihnen dieser Gedanke aufkommen, dann denken Sie immer lieber an die oben stehende Rechnung und Ihre Bedürfnisse. Demnach muss Ihre Arbeit als Freiberufler oder Selbstständiger mindestens das einbringen, was im Durchschnitt auch ein Angestellter verdient. Aufwendungen, die Sie im Büro zusätzlich verbringen müssen, sind für den Preis entscheidend. Diese Aufwendungen können mit kurzen Einsätzen bei Ihren Kunden bis zu 50 % der Arbeitszeit ausmachen. Natürlich darf der Kunde dafür auch eine gute Arbeit und eine hervorragende Qualität erwarten. Ansonsten werden Sie nach unten durchgereicht. Billig kann jeder. Definieren Sie sich über Leistung und Qualität. 

7 Comments
  • Nicolas Scheidtweiler on März 30, 2014

    Sehr schöne und ausführliche Darstellung. Stimmt mit meinen Erfahrungen überein. Wichtig ist der Spezialisierungspunkt. Liefert man eine besondere Qualität und einen persönlichen Service, kann der Preis schon höher gehen.

  • Gerald on April 23, 2014

    Ohne Gewinn kein Geschäft, das sehe ich auch so. Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Auslastung des jeweiligen Selbständigen und Freien. Wer seinen Stundensatz auf Basis seiner Realkosten ausrechnen will, kann das gerne bei uns machen:

    Beste Grüße
    Gerald von mein tagwerk

  • Desmond on Dezember 2, 2014

    Wenn ich meinen Stundensatz nenne, da fallen manchen Freunde schon mal die Augen raus. Sie vergessen dabei aber, dass man als Selbstständiger auch eine ganz andere Kostenstruktur hat als Angestellte. Egal ob man jetzt Handwerker ist oder IT Consultant.

  • Sebastian Wagner on Januar 12, 2015

    Absolut gut erklärt und meiner Meinung nach sogar noch sehr human angesetzt. Weil eben viele Anschaffungen und Betriebskosten noch gar nicht so allgemein angesetzt werden können.

    • Roger Taiber on Januar 14, 2015

      Danke schön. Total nett von Ihnen. Liebe Grüße Roger Taiber

  • Berthold Kynast on Januar 7, 2016

    Tolle Seite, auf die ich rein zufällig gestoßen bin, weil das Thema Stundensatz bei mir als freiberuflicher Übersetzer (das sind die Sklaven der Neuzeit) von jeher ein Dauerbrenner war. Mein Honorar, auf das ich pro Stunde komme, ist zum Glück meistens von meiner Schnelligkeit abhängig. Würde ich nach Stunde bezahlt, dann käme ich nur auf zwischen 17 und maximal 20 Euro brutto. So sind es immerhin zwischen 25 und 35 Euro. Diese Situation war mir bei 100 reinen Arbeitsstunden wöchentlich dann Anfang 2014 zu viel, ich war kurz vor dem finanziellen Absturz. Altersversorgung ist ohnehin keine da. Bin nach reiflicher Sondierung nach Burgas in Südbulgarien am Schwarzen Meer ausgewandert und das war meine Rettung. Hier komme ich mit den ca. 4000 Euro brutto mehr als blendend aus, kann sogar noch jemand im Büro anstellen und was fürs Alter zurückleben, dabei die Arbeitszeit endlich auf ein normales Maß reduzieren. Vielleicht ist das nicht so bekannt, aber im Übersetzerbereich finden mit die schlimmsten Ausbeutungen von Selbständigen statt. Ich muss dazu sagen, dass ich außer bis 2008 immer nur Agenturen hatte, die Aufträge nur vermittelten, Direktkunden waren einfach keine zu bekommen.

  • Kevin on Januar 10, 2019

    Sehr gut erklärt. Wenn ich über meinen Stundensatz rede, stoße ich in erster Instanz immer auf Ablehnung, weil die Menschen garnicht wissen, wieviel Arbeit und Aufwand dahinter steckt, welche Betriebs und Fixkosten ich jeden Monat tragen muss. Wenn ich alleine meine Programme aufzähle, komme ich auf ca 1000 Euro. Danke für den Artikel

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